Burmilla — Die Silberkatze im Schweizer Porträt

Burmilla Katze
Die Burmilla ist eine britische Rassekatze, die 1981 durch eine zufällige Kreuzung von Burma und Chinchilla-Perser entstand. Ihr charakteristisches Silber- oder Goldfell mit Tipping, der dunkle „Eyeliner» um die Augen und ihr ausgeglichener Charakter machen sie zu einer idealen Wohnungskatze für die Schweiz.

Burmilla auf einen Blick

HerkunftGrossbritannien 1981, Burma × Chinchilla-Perser
FellKurz bis halblang, Silber- oder Goldtipping — kaum Haarverlust
CharakterNeugierig, sozial, verspielt, ruhiger als die Burma
WohnungshaltungIdeal, kein Freigang nötig
TSchV Art. 13Einzelhaltung nur mit täglichem Sozialkontakt
PKD-Risiko aus Perser-LinieDNA-Test beim Züchter Pflicht
Keine QualzuchtNatürliche Proportionen, keine Zuchtproblematik
Preis SchweizCHF 900–1’500 (seriöser Züchter mit Stammbaum)
Lebenserwartung12–16 Jahre
Anfänger-geeignetJa (ruhig, unkompliziert, pflegeleicht)

Fell & Tipping: Das Alleinstellungsmerkmal

Die Burmilla ist eine mittelgrosse, elegant gebaute Katze mit ausgeprägter Muskulatur und einem runden Kopf. Ihr bekanntestes Merkmal ist das charakteristische Tipping: feine dunkle Spitzen an den einzelnen Haaren, die dem Fell einen glitzernden Silber- oder Goldschimmer verleihen.

Das Fell ist kurz bis halblang, dicht und liegt anliegend. Es existieren zwei Felltypen: die kurzharige Burmilla (häufiger) und die halblangharige Tiffanie.

Fellfarben

Farbvariante Beschreibung
Schattensilber Weisse Basis, silbernes Tipping, sehr schimmernd
Silber Stärkeres Tipping als Schattenvariante
Schattengold Wärmere, goldene Töne
Gold Aprikot-goldene Basisfarbe mit dunklem Tipping
Schildpatt Kombination aus zwei Farben, nur bei Weibchen

Typische Rassemerkmale

  • Eyeliner-Effekt: Dunkle Konturlinie um Augen und Nase — Erkennungsmerkmal der Rasse
  • Augen: Gross, rund, leuchtend grün; Bernstein und Aqua ebenfalls anerkannt
  • Ohren: Mittelgross, leicht nach vorne geneigt
  • Körperbau: Muskulös, aber nicht so kompakt wie die Burma — eleganter Mittelweg

Burmilla erkennen

vs. Chinchilla-Perser: Burmilla hat kürzeres Fell, weniger rundes Gesicht, kein Snub-Nose-Problem
vs. Burma: Burmilla hat Tipping/Schimmer-Fell, Burma hat einfarbiges, glänzendes Kurzhaar

Charakter & Wesen

Die Burmilla vereint das Beste aus beiden Elternrassen: die Neugier und Soziabilität der Burma mit der ruhigeren, ausgeglichenen Natur der Chinchilla-Perser. Das Ergebnis ist eine Katze, die aktiv ist, ohne nervig zu sein: und anhänglich, ohne aufdringlich zu wirken.

Charaktereigenschaften

  • Sozial und familienfreundlich: Versteht sich gut mit Kindern und anderen Haustieren
  • Neugierig und verspielt: Mag interaktive Spielzeuge, Jagdspiele und Erkundungstouren
  • Ruhiger als die Burma: Weniger vokal und temperamentvoll als die Mutterrasse
  • Anpassungsfähig: Kommt gut mit Alleinsein zurecht, mag aber regelmässigen Kontakt
  • Nicht aufdringlich: Sucht Nähe, aber fordert sie nicht permanent ein

Mit Kindern und anderen Tieren

Die Burmilla ist eine geduldige, robuste Katze, die sich gut für Familien mit Kindern eignet. Mit anderen Katzen versteht sie sich in der Regel sehr gut: wichtig, da die Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV Art. 13) vorschreibt, dass Katzen nicht dauerhaft allein gehalten werden dürfen ohne täglichen Sozialkontakt.

PetFriends Tipp: Zwei Burmillas harmonieren ausgezeichnet — als gesellige Rasse profitieren sie stark von Artgenossen.

Wohnungshaltung

Die Burmilla ist eine ideale Wohnungskatze. Sie braucht keinen Freigang, um glücklich zu sein: vorausgesetzt, sie hat genug Beschäftigung und Gesellschaft.

  • Kratzbaum und erhöhte Ruheplätze sind wichtig
  • Interaktives Spielzeug (Angelruten, Wurfspielzeug) täglich nutzen
  • Fensterplatz zum Beobachten schätzt die neugierige Burmilla sehr
  • Kein Freigang nötig: Burmilla ist eine echte Wohnungskatze

Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV Art. 13)

Wichtig für Schweizer Halter: Die TSchV Art. 13 schreibt vor, dass Katzen nicht dauerhaft allein gehalten werden dürfen. Wer tagsüber mehrere Stunden ausser Haus ist, muss entweder eine Zweitkatze halten oder regelmässigen Sozialkontakt sicherstellen.

Beschäftigung und Ausstattung

Bedarf Empfehlung
Kratzbaum Mittelgross, stabil, mit Liegemulde
Spielzeug Jagdspiele, Angelrute, Wurfbälle
Ruheplatz Erhöhter Beobachtungsplatz (Fensterbank)
Katzenklo Standard, täglich reinigen
Wasser Trinkbrunnen (wichtig für PKD-Prävention)

Gesundheitsprofil

Die Burmilla ist grundsätzlich eine robuste und langlebige Rasse. Durch die Perser-Linie im Stammbaum besteht jedoch ein erhöhtes PKD-Risiko, das beim Kauf unbedingt abgeklärt werden muss.

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

PKD (Polyzystische Nierenerkrankung) ist eine erbliche Erkrankung, bei der sich Zysten in der Niere bilden. Sie stammt aus der Chinchilla-Perser-Linie und kann an Burmillas weitergegeben werden. Seriöse Züchter testen alle Elterntiere auf PKD.
Aspekt Information
Vererbung Autosomal-dominant (ein betroffenes Elterntier genügt)
Symptome Verstärkte Wasseraufnahme, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit
Diagnose Ultraschall oder DNA-Test (bereits bei Kitten möglich)
DNA-Test beim Züchter Seriöse Züchter testen alle Elterntiere auf PKD
Prävention Nur PKD-negative Zuchttiere einsetzen

Keine Qualzucht

Die Burmilla ist keine Qualzuchtrasse. Sie hat natürliche Körperproportionen ohne Übertreibung, keine Brachycephalie, normaler Geburtsvorgang und keine rassetypischen Bewegungseinschränkungen.

Pflege & weitere Hinweise

Pflegebereich Empfehlung
Fell 1× wöchentlich bürsten, 2× täglich während Fellwechsel
Ohren Monatlich kontrollieren
Krallen Alle 2–3 Wochen stutzen
Zähne Regelmässig kontrollieren, Zahnpflegesnacks
Tierarzt CH Jährliche Vorsorgeuntersuchung CHF 150–300
Versicherung Kranken-OP-Versicherung empfohlen (CHF 25–50/Monat)

Ernährung & Fütterung

Die Burmilla ist eine mittelaktive Katze ohne besondere Ernährungsrisiken. Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil deckt ihren Nährstoffbedarf optimal.

Grundprinzipien

  • Fleischanteil: Mindestens 60–70% im Nassfutter
  • Proteinbedarf: Mittelhoch (aktive Rasse, aber keine Extremsportlerin)
  • Trinkverhalten: Burmillas trinken oft wenig — Trinkbrunnen wichtig!
  • Übergewicht: Leicht anfällig bei Wohnungshaltung — Portionskontrolle nötig
PetFriends Tipp: Ein Trinkbrunnen fördert die Wasseraufnahme und unterstützt die Nierenfunktion — besonders wichtig bei einer Rasse mit PKD-Risiko.

Fütterungsplan nach Alter

Alter Empfehlung
Kitten (bis 12 Monate) Hochwertiges Kitten-Nassfutter, 3–4 Mahlzeiten/Tag
Adult (1–7 Jahre) Nassfutter + optional wenig Trockenfutter, 2 Mahlzeiten/Tag
Senior (ab 8 Jahre) Nierenschonendes Futter, mehr Kontrolle auf Nierenmarker

Da PKD im Alter symptomatisch werden kann, lohnt es sich, ab dem 8. Lebensjahr auf nierenschonendes Futter (reduzierter Phosphorgehalt) umzustellen: in Absprache mit dem Tierarzt.

Steckbrief
HerkunftGrossbritannien (1981)
EMS-CodeBML
GrösseMittelgross
Gewicht Kater4–6 kg
Gewicht Katze3–5 kg
FellKurz bis halblang, Tipping
AugenfarbeGrün bis bernstein
Lebenserwartung12–16 Jahre
WohnungskatzeJa
Preis CHCHF 900–1'500
Charakter-Profil
Aktivität60 %
Anhänglichkeit80 %
Pflegeaufwand40 %
Kindertauglich80 %
Verträglichkeit80 %
Kosten Schweiz
Züchter (HKV/FIFe)
CHF 900–1'500
Tierheim (selten)
CHF 100–250
Jahreskosten ca.
CHF 1'500–2'800

Häufige Fragen zur Burmilla

Was kostet eine Burmilla in der Schweiz?
Eine Burmilla von einem seriösen Schweizer Züchter kostet zwischen CHF 900 und CHF 1’500. Der Preis hängt von Stammbaum, Zuchtlinie, Fellfarbe und ob PKD-Tests vorliegen ab. Günstigere Angebote ohne Stammbaum oder PKD-Nachweise sind mit Risiken verbunden: PKD-Behandlungskosten können weit höher sein als der Preis einer gesunden Katze.

Seriöse Burmilla-Züchter sind über den Helvetischen Katzenverband (HKV) oder die FIFe (Fédération Internationale Féline) registriert. Petfinder.ch und Tier-Inserate.ch bieten ebenfalls Züchtereinträge. Worauf achten:

  • PKD-Testergebnisse beider Elterntiere vorlegen
  • HKV- oder FIFe-Mitgliedschaft
  • Besuchsmöglichkeit vor Ort
  • Kitten frühestens ab 14 Wochen abgeben
  • Stammbaum, Chip und Impfpass inklusive
Ja. Die Schweizer Tierschutzverordnung (Art. 13) schreibt vor, dass Katzen nicht dauerhaft allein gehalten werden dürfen. Wer tagsüber mehrere Stunden ausser Haus ist, sollte eine zweite Katze halten oder täglichen Sozialkontakt sicherstellen. Burmillas sind soziale Tiere und leiden unter Isolation. Zwei Burmillas harmonieren ausgezeichnet.
Nein. Die Burmilla ist keine Qualzuchtrasse. Sie hat natürliche Körperproportionen, kein Flachwürgergesicht und keine erblich bedingten Bewegungseinschränkungen. Die Rasse entstand zwar zufällig 1981, wird aber seit Jahrzehnten verantwortungsvoll weiter gezüchtet. Das grösste Risiko ist PKD aus der Perser-Linie: das ist durch DNA-Tests beherrschbar.
Das grösste gesundheitliche Risiko bei der Burmilla ist PKD (Polyzystische Nierenerkrankung), die aus der Chinchilla-Perser-Linie stammt. PKD ist autosomal-dominant vererbbar: ein betroffenes Elterntier genügt. Seriöse Züchter testen beide Elterntiere auf PKD. HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie) ist wie bei vielen Rassen möglich, aber kein spezifisches Rasserisiko.
Die Burmilla entstand 1981 in Grossbritannien durch eine unbeabsichtigte Kreuzung: Ein Chinchilla-Perserkater (Sanquist) entkam und paarte sich mit einer Burma-Katze (Fabergé) von Zuchtkönigin Miranda von Kirchberg. Die charmante Ergebnisgeneration begeisterte so sehr, dass die Rasse offiziell anerkannt wurde. Der Name setzt sich zusammen aus Burma und Chinchilla.
Die Burmilla haart moderat: deutlich weniger als Langhaarkleider wie Perser oder Ragdoll. Ausserhalb der Fellwechselperioden (Frühling/Herbst) genügt wöchentliches Bürsten. Das charakteristische Tipping-Fell ist pflegeleicht und neigt nicht zu Verfilzungen. Wer kaum Haare toleriert, ist mit der Burmilla gut bedient.
Ja, die Burmilla eignet sich gut für Erstbesitzer. Sie ist ruhiger und unkomplizierter als viele andere aktive Rassen, leicht pflegbar und anpassungsfähig. Drei Punkte beachten: PKD-Test beim Züchter überprüfen, Trinkbrunnen bereitstellen für die Nierenfunktion, und die TSchV-Anforderungen (kein Dauereinzelhalten) einhalten.
Burmillas erreichen eine Lebenserwartung von 12 bis 16 Jahren. Mit regelmässigen Tierarztbesuchen, hochwertiger Ernährung und — bei PKD-Risiko — frühzeitiger Nierendiagnostik lässt sich die Gesundheitsspanne verlängern. Ab dem 8. Lebensjahr empfehlen sich jährliche Blutuntersuchungen mit Nierenwerten.
Nein: nicht dauerhaft. Die Schweizer Tierschutzverordnung (TSchV Art. 13) verbietet die permanente Einzelhaltung ohne täglichen Sozialkontakt. Burmillas sind von Natur aus gesellige Katzen und leben glücklicher mit Artgenossen oder bei Menschen, die viel Zeit zuhause sind. Zwei Burmillas harmonieren sehr gut und unterhalten sich gegenseitig.
Geprüft von der Priska Reding
Guellen:
FIFe
WCF
FFCS

Fachlich geprüft von Priska Reding, Fachspezialistin Tierpflege & Tierschutz bei Petfriends.

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Priska Reding

Priska Reding ist Fachspezialistin Tierpflege & Tierschutz bei Petfriends mit Sitz in Muttenz. Sie prüft jeden Beitrag im Petfriends Katzenmagazin auf Tierschutz und fachliche Korrektheit, bevor er veröffentlicht wird. Petfriends führt 22 Filialen in der Schweiz und kombiniert stationären Tierfachhandel mit dem Online-Shop petfriends.ch.